Gegen halb 3, Position 47.866667° Breiten- und 12.333333° Längengrad in einer beschaulichen Bar(!) in Deutschland. Plötzlich öffnet sich die Tür, nein, vielmehr wird sie regelrecht aufgestoßen und es steht eine verschneite Mittvierzigerin mit beschlagener Brille und tropfender Nase in der Tür und fragt wiederholt mit lauter werdender Stimme in Richtung Bar.
Frau: Gibt es bei Ihnen noch ein Getränk?
Bartender: Selbstverständlich, gern!
Auf der Stelle dreht die Dame um und geht wieder hinaus…um einen kurzen Augenblick darauf mindestens ebenso energisch wieder zur Tür hereinzupoltern. Im Schlepptau das so ziemlich Größte, was die Samsonite-Palette hergegeben hatte. Aha, eine Geschäftsreisende wohl. Mit diesem Gepäck machen andere allerdings 4 Wochen Thailand!
Sie marschiert unbeirrt an die Bar.
Frau: Können Sie bitte die Tür etwas offen lassen, hier drin ist die Luft so schlecht!
Bartender (verwundert): Das halte ich bei -2° Außentemperatur für eine weniger gute Idee.
Frau: Gut, dann gehe ich mit meinem Getränk nach draußen.
Bartender: Werte Dame, was darf es sein?
Frau: Welche Teesorten führen Sie?
Bartender: Bedaure, unsere Kaffeemaschine zur Heißwasserzubereitung ist leider zu dieser Uhrzeit ausgeschaltet und bereits abgekühlt. Möchten Sie einen Blick in die Karte werfen?
Frau: Schalten Sie die Maschine bitte kurz wieder an!
Dies ist keine Frage sondern erinnert untermalt von einem äußerst ernstem Blick an einen Befehl aus dem Grundwehrdienst.
Bartender: Gute Frau, die Maschine bräuchte ca. 1/2 Stunde, bis sie auf Betriebstemperatur wäre.
Frau: Habe Sie keinen Teekessel?
Bartender: Wie bitte?
Frau: Einen TEESIEDER, um das Wasser heiß zu machen!
Bartender: Es tut mir leid, so etwas haben wir (noch) nicht.
Frau: Gut, dann nehm ich eine heiße Schokolade.
Der Bartender hat größte Mühe, seinen Gesichtsfasching zu verbergen!
Bartender: Liebe Frau, auch hierfür bräuchte ich heißen Dampf aus ebenselber Maschine, um die Milch dafür zu erhitzen.
Frau: Was haben Sie sonst an Heißgetränken anzubieten?
An dieser Stelle wäre unser werter Fachkollege gern hinausgelaufen - entweder um schreiend das Weite zu suchen oder zumindest die Aufschrift am Außenschild zu überprüfen.
Als nach weiterer Konversation die Dame sich nach einer Hausapotheke erkundigt, sie bräuchte Schmerzmittel, gibt’s kein Halten mehr!!
Was können wir daraus lernen? Das nächste Mal, wenn ein verspäteter Gast mal wieder um ein warmes Getränk anfragt, vielleicht gleich eine Apotheke anbieten. Macht auch warm, von innen. Und stillt manchen Schmerz. Dann bitte gleich zwei!